1918 - 1938

  • 700 Jahre von Elsenhusen bis Elze

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Schulchronik 

 
  • Zwischen zwei Weltkriegen

von Helene Wittbold Jahrgang 1911

Von den blutigen Unruhen, der “Novemberrevolution” 1918, waren hauptsächlich die Städte betroffen. Die zerrüttete Wirtschaftslage und die hohen Reichsschulden führten zur Inflation und Währungsreform am 16.11.1923. Eine Rentenmark entsprach dabei einer Billion Papiermark. Diese Inflation hatte auch für die hiesigen Dorfbewohner schreckliche Folgen. Für einen Tageslohn bekam man am nächsten Tag nicht einmal mehr ein Brot zu kaufen. Der Hunger war überall groß, und die Städter versuchten bei den Bauern Wertgegenstände gegen Lebensmittel einzutauschen, um so wenigstens dem größten Hunger begegnen zu können.

Eine große technische Neuerung war die Einführung des elektrischen Stromes 1921 im Dorf. Wohnungen und Ställe konnten nun elektrisch beleuchtet, Maschinen mit der neuen Energie betrieben werden. Natürlich war der Strom auch teuer und wurde deshalb sparsam eingesetzt. Einzelne Straßenlaternen wurden erst unter Bürgermeister Sprengel nach 1932 im Dorf installiert. Die zweite Hälfte der zwanziger Jahre werden als “die goldenen Zwanziger” bezeichnet. Es ging in Wirtschaft, Politik und Kultur endlich wieder aufwärts. Auf dem Land konnten sich vor allem mittelständische Handwerksbetriebe etablieren.

Anfang der dreißiger Jahre herrschte hohe Arbeitslosigkeit, die ihre Ursache u.a. in den hohen Reparationsleistungen Deutschlands für den Ersten Weltkrieg hatte. Dieser Zustand begünstigte die Wahl Hitlers 1932 zum Reichskanzler. Nach der Auflösung des Reichstages und der damit verbundenen Machtergreifung Adolf Hitlers 1933 wurden gleich anschließend Programme aufgelegt, um die hohe Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Der 1932 zum Elzer Bürgermeister gewählte Wilhelm Sprengel musste Arbeitslosenbrigaden im Elzer Bruch im Wegebau oder zum Gräben ausheben einsetzen. Natürlich mussten an anderen Stellen Arbeitslose auch im Rüstungsbereich arbeiten. Die meisten Menschen hatten aber nach kurzer Zeit ein Gefühl der Sicherheit und eines aufstrebenden Wohlstandes. Etwa ab 1938 waren die Jungen und Mädchen bei uns im Dorf in der “Hitler Jugend” oder dem “Bund Deutscher Mädchen” organisiert und wurden schon im vormilitärischen Drill erzogen. Das passte aber alles in Allem in das Bild des gut organisierten aufstrebenden Deutschen Reiches.

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