Zwischen zwei Weltkriegen
von Helene Wittbold Jahrgang 1911
Von
den blutigen Unruhen, der Novemberrevolution 1918, waren hauptsächlich die
Städte betroffen. Die zerrüttete Wirtschaftslage und die hohen Reichsschulden führten
zur Inflation und Währungsreform am 16.11.1923. Eine Rentenmark entsprach dabei einer
Billion Papiermark. Diese Inflation hatte auch für die hiesigen Dorfbewohner schreckliche
Folgen. Für einen Tageslohn bekam man am nächsten Tag nicht einmal mehr ein Brot zu
kaufen. Der Hunger war überall groß, und die Städter versuchten bei den Bauern
Wertgegenstände gegen Lebensmittel einzutauschen, um so wenigstens dem größten Hunger
begegnen zu können.
Eine
große technische Neuerung war die Einführung des elektrischen Stromes 1921 im Dorf.
Wohnungen und Ställe konnten nun elektrisch beleuchtet, Maschinen mit der neuen Energie
betrieben werden. Natürlich war der Strom auch teuer und wurde deshalb sparsam
eingesetzt. Einzelne Straßenlaternen wurden erst unter Bürgermeister Sprengel nach 1932
im Dorf installiert. Die zweite Hälfte der zwanziger Jahre werden als die goldenen
Zwanziger bezeichnet. Es ging in Wirtschaft, Politik und Kultur endlich wieder
aufwärts. Auf dem Land konnten sich vor allem mittelständische Handwerksbetriebe
etablieren.
Anfang der dreißiger Jahre herrschte
hohe Arbeitslosigkeit, die ihre Ursache u.a. in den hohen Reparationsleistungen
Deutschlands für den Ersten Weltkrieg hatte. Dieser Zustand begünstigte die Wahl Hitlers
1932 zum Reichskanzler. Nach der Auflösung des Reichstages und der damit verbundenen
Machtergreifung Adolf Hitlers 1933 wurden gleich
anschließend Programme aufgelegt, um die hohe Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Der 1932
zum Elzer Bürgermeister gewählte Wilhelm Sprengel musste Arbeitslosenbrigaden im Elzer
Bruch im Wegebau oder zum Gräben ausheben einsetzen. Natürlich mussten an anderen
Stellen Arbeitslose auch im Rüstungsbereich arbeiten. Die meisten Menschen hatten aber
nach kurzer Zeit ein Gefühl der Sicherheit und eines aufstrebenden Wohlstandes. Etwa ab
1938 waren die Jungen und Mädchen bei uns im Dorf in der Hitler Jugend oder
dem Bund Deutscher Mädchen organisiert und wurden schon im vormilitärischen
Drill erzogen. Das passte aber alles in Allem in das Bild des gut organisierten
aufstrebenden Deutschen Reiches.
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