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Bürgermeister Lenthe wird am 14. September 1967 80
Jahre alt
Seit 49 Jahren in der Politik - Jetzt Ehrenbürger der
Gemeinde Elze
Man trifft ihn noch jeden Tag im Gemeindebüro oder in der
Gemarkung an, um nach dem Rechten zu sehen. Quicklebendig leuchten dabei
seine Augen. die in keiner Weise verraten, daß einem ein Jubilar
gegenübersteht, der das 80. Lebensjahr abschließt. So nimmt es nicht
wunder, daß Willi Lenthe auch in den nächsten Jahren aktiv tätig
bleiben will. Er ist ein Mann, der manch einem Jungen noch ein Vorbild an
Tatkraft sein kann.
Willi Lenthe wurde am 14. September 1887 in Scharrel im
Kreise Neustadt am Rübenberge geboren. Die Eltern übersiedelten aber
schon zwei Jahre später nach Elze, dem Geburtsort des Vaters. So ist es
verständlich, daß sich Willi Lenthe von jeher nur als "Elzer
Junge" gefühlt hat. Hier ist er aufgewachsen, hier ging er in die
damals noch einklassige Volksschule, hier erfuhr er Freud und Leid aber
auch Anerkennung.
Nachdem er zunächst in der Landwirtschaft und dann in
Wietze bei einer Bohrfirma tätig war, verdiente er sein Brot als Bergmann
und Lehrhauer auf dem Kalischacht in Lindwedel. 1914 wurde er zum
Infanterie-Regiment 77 in Celle eingezogen. Bei den Kämpfen in Rußland
wurde er 1915 so schwer verwundet, daß er nach langem Lazarettaufenthalt
für den Felddienst nicht mehr tauglich war. Er wurde daraufhin vom
Generalkommando zu einem Zweigwerk der Ilseder Hütte in Isernhagen
kommandiert, das dort im Tagebau Erz förderte. Nach dem Kriege war Willi
Lenthe lange Jahre in der Holzwirtschaft tätig.
Im November 1918 war Willi Lenthe Mitbegründer der SPD in
Mellendorf, jedoch war der Anteil der Elzer Bürger so groß, daß kurz
darauf ein eigener Elzer Ortsverein gegründet werden konnte, dessen
Vorsitzender ab 1922 Willi Lenthe war. Da er sich schon damals durch
politische Aktivität auszeichnete, fand man ihn bereits 1924 im
Gemeindeausschuß von Elze. Darüber hinaus bekam seine kommunalpolitische
Tätigkeit recht früh eine gewisse Krönung durch Übernahme eines
Mandates im Burgdorfer Kreisausschuß. Da Willi Lenthe auch nach 1933
seine politische Gesinnung klar beibehielt, setzte man seiner politischen
Tätigkeit ein jähes Ende.
Nach dem Zusammenbruch gehörte er zu den Unverzagten, die
den Mut hatten, sich für die Allgemeinheit einzusetzen. Mit Geschick -
und wenn es gegenüber der Bürokratie und der Besatzungsmacht not tat -
mit List packte er die Probleme an. Seit dem 10. August 1945 ist Willi
Lenthe entweder als Bürgermeister oder als Gemeindedirektor, oder aber
beide Funktionen miteinander verbindend, ununterbrochen für Elze tätig.
Diese verantwortungsvollen und zeitraubenden Tätigkeiten übte er bis zu
seiner Pensionierung im Jahre 1952 "nebenamtlich" aus. Ab 1956
sah man den Namen Lenthe zusätzlich in der Liste der
Kreistagsabgeordneten.
Die Jahre nach der Pensionierung zählen wohl zu den
erfolgreichsten des Jubilars. Mit besonderer Intensität faßte er mit
seinen Ratsherren das Flüchtlingsproblem an, mit ganz besonderer Liebe
und mit vorbildlichem Weitblick begann er - von manchem unverstanden -
seine Schulplanung, die 1957 mit einem ersten Bauabschnitt in die
Wirklichkeit umgesetzt werden konnte. 1965 erhielt diese Schule eine
Turnhalle und fand mit dem zweistöckigen Trakt einen so großzügigen
vorläufigen Abschluß, daß Elze seitdem keine Schulraumnot kannte.
Mit vier Gemeinden bildete Elze in diesem Jahr eine
Samtgemeinde, übrigens die erste in der Wedemark. Die Voraussetzungen zu
diesem kommunalen Zusammenschluß schuf Bürgermeister Willi Lenthe, der
Elze so ausbaute, daß es eine Mittelpunkt-Funktion durch Schule,
Schwesternstation, Standesamt und entsprechende Planung auszufüllen
vermag. Fest steht, daß Bürgermeister Lenthes Verdienste durch das
Bundesverdienstkreuz 1966 ihre Würdigung fanden. Die Gemeinde wird seinen
80. Geburtstag zum Anlaß nehmen, ihm für seine nimmermüde Tätigkeit
durch die Verleihung des Ehrenbürger-Briefes zu danken. |