Freie und Unfreie

  • 700 Jahre von Elsenhusen bis Elze

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  • Von “Unfreien” und “Freien”

Nach der Eroberung unseres Gebietes durch die Sachsen ließen diese die Unterworfenen weiter ihren Besitz bestellen, aber Eigentümer (Grundherr) war einer der Eroberer, ein “Edelfreier”. Die “Hörigen” oder “egenlude” (Eigenleute) waren an die Scholle gebunden und zu bestimmten regelmäßigen Leistungen und Abgaben an ihren Herrn verpflichtet. Da sie persönlich unfrei waren, konnten sie verkauft, verschenkt, verliehen, vertauscht oder versetzt werden. Sie konnten nicht selbst über ihre Person verfügen und bedurften daher zur Heirat der Genehmigung ihres Herrn, der dafür eine Abgabe erhob. Ein Höriger konnte auch keinen Besitz vererben. Nach seinem Tode fielen alle seine persönlichen Habe an den Herrn zurück. Dieser Besitz des Verstorbenen musste dann von den Angehörigen zurückgekauft werden.

Hörige konnten von ihrem Herrn zur Belohnung für besondere Dienste freigegeben werden, auch bestand für sie die Möglichkeit sich freizukaufen. Aus den Vogtregistern erfahren wir, dass die Herzöge viele “egene lude” (eigene Leute) besaßen, auch in der Wedemark. Von den hörigen Familien sind keine vollständigen Verzeichnisse erhalten, aber man kann sie daran erkennen, dass beim Tode eines Familienmitgliedes von den Hinterbliebenen die “leve” (der persönliche Besitz des Toten) bezahlt werden musste.

Waren die Hörigen doch einmal zu etwas Geld gekommen, versuchten sie sich bei passender Gelegenheit freizukaufen und die bot sich bei andauernder Geldverlegenheit der Herzöge wiederholt. Als diese 1438 wegen umfangreicher Bauten an ihrem Celler Schloss besonders viel Geld benötigten, verschafften sie sich durch Freigabe von mehr als 80 Familien (egenen Luden) die stattliche Summe von 1.122,- Mark. Auch zu anderen Zeiten waren Freikäufe möglich. In Elze kauften sich in jener Zeit folgende Familien frei oder kauften den Besitz eines verstorben Familienangehörigen zurück:

1437:

Upname van leve. (Rückkauf der Erbmasse)  Hans Prutze uppe dem Wede (Eltzensen)

1438:

kauften sich frei:

Coneke Ebeling zu Elze mit seiner Ehefrau Geseke, seinen Söhnen Ebeling, Titeke, Herman, Heneman und seinen   Töchtern Geseke, Ilsebe und Gebeke für 54 mk Bremer sware

Hans Berenworder aus Elze mit seiner Frau Adelheid, seinem Sohn Martin und seiner Tochter Hille für 30 mk  prefate warandie    

1439:

Erve van egenenn luden: (Erbe von “eigenen” Leuten bzw. Rückkauf desselben)

  22 ß van Hermen Hoslakes manne (?) to Elsensen

  14 1/2 mk van Henneken Landwerdes wive, Elsensen 3 mk   6ß van Hans Prutzen wive darsulves

1440:

Upname van leve:

   Ebeling Alberdes frauwe van Eltzensen  3 mk

1465: 10 r. g. hebbet gelovet de junge Langehenneke unde Metteke, sin suster kofften sik van der herschupp fryg   (Eltze) (10. r. g. haben der junge Langehenneke und Metteke seine Schwester gezahlt und sich damit von der Herrschaft freigekauft.)

Über die Freilassung erhielten die ehemals Hörigen einen “Freibrief”. Darin bekannte der Herr, dass er die in dem Briefe genannten gänzlich frei ledig und losgelassen habe von der Hörigkeit (egendom) und allen Ansprüchen, Pflichten und Gewohnheiten, die er bisher an sie gehabt hatte und verzichtete darauf für ewige Zeiten. Sie sollen sich von nun an aller Gnade, Freiheit und Rechte der Freien erfreuen. Auch verspricht er ihnen, in solcher Freiheit ein rechter Herr und Wehrender zu sein, wo und wann dies immer nötig werden sollte. *3

 

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