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Schauen wir zurück in die Zeit zum Ende des 14. und
in das 15. Jahrhundert. Welche Auswirkungen hatte die große Politik auf unsere Wedemark und
Elze?
Der Bestand des Welfischen Staates gerät in
ernste Gefahr, als beim Aussterben des Älteren Hauses Lüneburg (1369) Kaiser
Karl IV. das Fürstentum Lüneburg nicht dem Haus Braunschweig, sondern den Herzögen von Sachsen-Wittenberg verleiht. Das Bemühen der
Braunschweiger, sich das Lüneburger Erbe zu erhalten, führt zu dem an Kämpfen
und 1371-1388 Wechselfällen reichen Lüneburger Erbfolgekrieg, den
schließlich die Welfen mit dem Sieg bei Winsen (Aller) 1388 für sich
entscheiden können.
Der Lüneburger Erbfolgekrieg und die
verlustreichen Fehden der Herzöge Magnus II. Torquatus (gefallen bei Leveste
1373) und Ottos des Quaden von Göttingen (gest. 1394) haben eine erhebliche
Schwächung des Landesfürstentums zur Folge. Die Städte benutzen die Lage,
sich weitgehend unabhängig zu machen. Lüneburg bricht 1371 die Burg auf dem
Kalkberg, wehrt in der Ursulanacht am 21. 10. einen Überfall des Herzogs Magnus
ab und nötigt den Landesherrn, die Residenz des Fürstentums nach Celle zu
verlegen. Ebenso brechen die Städte Hannover und Göttingen die Stadtburgen der
Herzöge. Das schon vorher so gut wie unabhängige Braunschweig kann von ihnen
nur durch große Zugeständnisse gewonnen werden.
Neben den Städten bilden Prälatur und
Ritterschaft nunmehr eine fest organisierte ständische Gewalt, die so
anwächst, dass 1392 die Lüneburger Stände in der sogenannten Sate (Satzung)
fast die Herrschaft über das tief verschuldete Fürstenhaus gewinnen.
Das 15. Jahrhundert bringt keinen nennenswerten
Gebietszuwachs für das welfische Haus; doch gelingt es, im Zeichen der
wiedererstarkenden Fürstenmacht die drückende Abhängigkeit von den Ständen
zu lockern. Hierbei kommt es zu zahlreichen Zwistigkeiten und Fehden mit den
Städten, die sich ihrerseits innerhalb und außerhalb der Hanse häufig zu
Städtebünden zusammenschließen. Sie umgeben sich mit Landwehren und suchen
die Handelsstraßen durch Erwerb von Pfandschlössern und anderen
"Schlüsselburgen" zu sichern. *8
Wenn das herzogliche Haus sich weder auf die
Bevölkerung in den Städten, noch auf die Ritterschaft oder Kirche stützen
konnte, blieb also nur die bäuerliche nicht organisierte Landbevölkerung
Eigentum des Herzogs. Sie zahlten die Steuern meist in Form von
Naturalleistungen, sie leisteten Fuhr- und Kriegsdienste für ihren Herrn.
In dieser instabilen Zeit kam es denn auch
immer wieder zu Übergriffen, gegen die sich das Landvolk kaum erwehren konnte.
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