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Die
Zeit zwischen dem letzten Krieg und dem kommenden verging mit ständigen Truppenbewegungen
und Einquartierungen und den erhöhten Steuerlasten. Die Bauern mussten auch in dieser
Zeit Transportfahrten für das eigene Heer übernehmen. Allerdings gibt es auch
Entschädigungen aus dem letzten Krieg.
Als England am 18. Mai 1803 Napoleon den Krieg erklärte, ließ Napoleon
sofort das mit England durch Personalunion verbundene Hannover besetzen. Da dessen Armee
in keiner Weise für einen Krieg gerüstet war, schloss ihr Führer mit den herannahenden
Franzosen ein Übereinkommen, und als die Landesstände auch noch für den Fall eines
Widerstandes gegen die Franzosen ihre Dienste versagten, kam es zu der ehrlosen
Kapitulation von Artlenburg. Schon Anfang Juni waren die Feinde auch in Elze. Am 10.
Oktober wurde von allen Kanzeln eine Bekanntmachung der Besatzungsmacht verlesen:
Dass
jeder, der sich mit englischer Werbung befasse oder in englische Dienste übergehe, mit
dem Tode bestraft werden solle.
Durch Belastungen der Kriegerfuhren und Einquartierungen wuchs die
Erbitterung gegen die Franzosen. Im Februar 1804 hatten die Schlägereien zwischen
Landeseinwohnern und französischem Militär so Überhand genommen, dass die Krüger nach
21 Uhr keine Gäste mehr aufnehmen durften.
1805
traten England, Schweden, Russland und Österreich gemeinsam gegen Napoleon in den Krieg.
Um die gestiegenen Anforderungen an Kriegerfuhren zu sichern, wurden im ganzen Land
Etappenstationen eingerichtet. Dort standen frische Pferde, die sofort gegen
verbrauchte ausgetauscht werden konnten.
Napoleon
wurde am 2. Dezember 1805 in der Schlacht bei Austerlitz von Russland und Österreich
vernichtend geschlagen. Im anschließenden Friedensvertrag wurde Hannover Preußen
einverleibt, das aber mit England noch durch verwandtschaftliche Beziehungen eng
verbunden war. Als die Preußen in Hannover einmarschierten, erklärte England dem
Preußenkönig Friedrich Wilhelm den Krieg und verhängte eine Blockade über dessen
Häfen.
1807
gründete Napoleon aus preußischen Gebietsanteilen das Königreich Westfahlen. Das Land
wurde neu aufgeteilt, nun gehörte auch Elze zum Königreich Westfahlen. Als kleinste
Einheit entstanden die Communen mit einem Maire (Bürgermeister)
und einem Maire Adjount (Stellvertreter).
Eine
Ehestiftung begann jetzt nicht mehr mit den Worten: Im Namen der Hochheiligen
Hochgepriesenen Dreyeinigkeit..., sondern:
Wir
Hieronymus Napoléon, durch Gnade Gottes und durch die Constitutionen König von
Westphalen, Französischer Printz, allen Gegenwärtigen und Zukünftigen unsern Gruß
zuvor!...
Nun
wurden die ständischen Unterschiede aufgehoben und die Gleichheit aller vor dem Gesetz
geschaffen. Frondienste und Guts-Untertänigkeit wurde abgeschafft, die Freiheit der
Gewerbeausübung eingeführt. Die kleineren Besitzer erhielten Land aus der Gemeinheit
zugewiesen.
Eine
negative Seite war die Conscription, die zwangsweise Rekrutierung Wehrfähiger
für das französische Heer. Viele junge Männer schlossen sich in jener Zeit der Englisch-Deutschen
Legion an. Sie wurden über Helgoland nach England gebracht.
Vom
16.-19. Oktober 1813 schlugen in der Völkerschlacht bei Leipzig die
verbündeten Armeen den französischen Kaiser. Auf dem Rückzug marschierte die Nordarmee
durch unsere Gegend nach Westen.
So
müssen denn die hiesigen Bauern wieder kräftig Kriegerfuhren leisten. Am nächsten Tage
liegt schon wieder eine Anforderung aus Hannover vor.
,,Aus
dem Amt Bissendorf sind auf den 3., des Morgens praecise 5 Uhr vor dem Landschaftshause 14
vierspännige Wagen, und auf den 3. des Abends 4 vierspännige Wagen, auf den 4., 5., 6.
und 7. jeden Tag 10 vierspännige Wagen, mit 2tägiger Fourage versehen, zu stellen.
Der
Amtsvogt Elderhorst antwortet am 9. Dezember u.a.: ,,Zur Verfügung stehen z.Zt. 220
Pferde. Diese können aber auch nicht mehr viel leisten, da sie durch die seit 10 Tagen
stattfindenden Fourage-Fuhren von Celle nach Uelzen und Lüneburg insgesamt abgetrieben
sind. Von diesen Pferden müssen außer den unzähligen extraordinären Kriegerfuhren zu
Schillerschlage, Celle und Mellendorf täglich 12 Pferde zum Relais in Schillerschlage
gestellt werden, so dass die Pferde fast immer sämtlich auf Kriegerfuhre sind und oft
nicht einmal einen Tag Ruhe haben..
Vom
1. bis 10. des Monats sind über 900 Pferde aus dem Amte verlangt, eine Forderung, die
freilich nicht realisiert werden kann, woraus aber doch der unerträgliche Druck auf die
Untertanen hervorgeht. Der Vogt bittet um Ermäßigung der Anforderungen und prophezeit,
dass in wenigen Wochen alle Pferde krepiert sein würden. *3 |