Bauernbefreiung

  • 700 Jahre von Elsenhusen bis Elze

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  • Von den Freiheitskriegen bis zu den "Gemeinheitsteilungen"

Mit großer Freude hatten auch die Hannoveraner nach dem Zusammenbruch der Napoleonischen Macht die Rückkehr ihrer alten Regierung begrüßt und die in anderen Kapiteln ausführlich beschriebenen Opfer der Kriegsjahre als notwendig und zeitbedingt hingenommen. Bald jedoch trat eine große Ernüchterung ein. Die Franzosen hatten 1807 die den Bauern so bedrückende Gutsherrschaft radikal und ohne Entschädigung abgeschafft und die anderen Leistungsverpflichtungen für ablösbar erklärt. Weil die meisten Bauern der Franzosenherrschaft keine lange Dauer zutrauten, hatten sie nur zögernd von den ihnen gebotenen Möglichkeiten Gebrauch gemacht, aber gehofft, dass wie in Preußen und anderen Ländern, nach dem Sieg über Napoleon auch von der eigenen Regierung eine Änderung der Agrarverfassung erfolgen würde. Der Lauf der Ereignisse bestätigte, dass ihr Misstrauen berechtigt war; denn die hannoversche Regierung stellte schon 1813 entgegen ihrer besseren Einsicht von der Notwendigkeit von Reformen, aus rein politischen Gründen den alten Zustand wieder her. Die Gültigkeit bereits erfolgter Ablösungen von Lasten und Diensten wurde von der nachträglichen Zustimmung des Staates und der Grundherren abhängig gemacht. Nur mit verbissenem Grimm nahmen es die Bauern hin. Auch die Ersetzung der Kontribution durch eine nur für grundherrlich abhängige Bauern geltende undifferenzierte Grundsteuer  schuf viel Erbitterung.*3

Die Elzer Bauern leisteten passiven Widerstand, in dem sie “Dienst nach Vorschrift” beim Gut ableisten. Aus einem Gerichtsprotokoll von 1801 geht hervor, dass Bauern zeitweise zum “Haidehauen” in den Forst Rundshorn gehen mussten. Der Elzer Gutsbesitzer klagte gegen einige Bauern, weil diese vom Rundshorn zu Fuß zum Mittagessen nach Hause gingen, aber die Bauern, die als Zeugen vor Gericht geladen waren, bestätigen dem Vogt, dass dies schon immer so gewesen sei. Zwei Zeugen geben das Geschehen eindrucksvoll wieder:

"Er heiße Johann Friedrich Plumhof aus Eltze gebürtig, 62 Jahre alt, wohne hierselbst, und nähre sich von seinem Altenteile in seines Sohnes des Mitbekl. Hans Hinrich Plumhof Hofe, habe unter den Junker-Kötern keine Verwandte, sei in der Sache niemand beirätig gewesen, auch nicht, was er aussagen solle, unterrichtet, habe auch überall kein Interesse bei der Sache, wiße, wozu ihn sein Eid verbinde, und wolle von allem worüber er befraget werde, die reine Wahrheit sagen."  Ad Conform: “Es seien die Junker-Köter bei dem Dienste zum Haidehauen im Rundshorn, so lange er denken könne, des Mittags zum Essen nach Hause gegangen. Dies habe er selbst auch schon zu den Zeiten des seel. Freih. von Stechinelli gethan, der nichts dabei zu erinnern gefunden, und wiße er auch, daß sein seel. Vater ebenfalls von diesem Dienste zum Essen nach Hause gegangen sei.” 

Quelle: Amtsvogtei Bissendorf

 

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