Die Dienste

  • 700 Jahre von Elsenhusen bis Elze

Navigation

 

  • Die Dienste

Eine äußerst schwere Last, die auf Höfen und Kothen ruhte, waren die “Dienste”. Sie mussten in Elze ausschließlich dem Elzer Gutsherren geleistet werden. Die meisten “Köther” (Kötner = kleinere Hofbesitzer) mussten mit einigen “Höffnern” (Höfner = größere Betriebe) auf dem Elzer Gut dienen. Im allgemeinen war es so, daß die Höfner Spanndienste und die Köthner Handdienste tun mussten. Da das Elzer Gut aber keine Landwirtschaft betrieb sondern nur die Produkte des angelieferten “Zehnten” weiterverarbeitete, waren nur Handdienste, kaum Spanndienste zu leisten. Im Kataster von 1678 sind diese Dienste näher beschrieben. Es gibt aber auch schon eine ältere, kürzere Darstellung aus dem 16.Jahrhundert. Sie lautet:

“In der obgemelten Vogtey zu Wedemargk sein bey 60 oder 70 Hofe undt wonen drey oder vere in einem Hofe. Die alle sind der Herschaft dienstpflichtig mit pferden und mit der Handt, so offt man sie es heißt.. .4.”

1678 sind sie dann genauer beschrieben:

,,Es haben sowol die Höfner als die Kötners in hiesiger gantzen Vogtey keine gewissen Tage zu dienen, sondern sind schuldig, so oft es nur begehrt wird, und wenns auch alle Tage geschehe, Herrendienste zu thun, jedoch dienet ein Meyermann mehr als der andere, nachdem er viel oder wenig Hoffzahl hat.

Über die gewöhnlichen Herrendienste werden in hiesiger Vogtey keine absonderliche lange oder kurze reisen verrichtet, doch muß, wie schon erwehnt, ein jeder solange und offt es nötig, auch wohin es erforderlich wird, dienen.”

An einer anderen Stelle des Katasters sind die Pflichten noch genauer umrissen:


,,In hiesiger Vogtey sind lauter ungewisse Dienste und müßen sowol die Höfner (als auch) die Köther dienen, so oft es nöthig und erfordert wird, auch wohin undt wie weit sie nur begehret werden, expl. Zelle, Hannover, Nienburg, Hildesheim, Hamburg, Stadthagen usw. Sie bekommen auch alhie keine Pröven (Vergütungen), wen sie aber zu Zelle Burgvesten, werden ihnen alda Pröven gereicht.” Der Spanndienst wird von einem jeden mit 2 Pferden und einem Knecht verrichtet. Wen Korn gefahren wird, muß jeder 3 Malter Rocken oder 4 Malter Habern laden. So jemandt Dienste thut undt eine Nacht unterwegen bleibt, wirdt ihme solches nicht höher gerechnet als für eine Reise, gleich wehre er selbigen Tages, da er außgereiset,

wieder zu Hause gekommen. Ist's aber nötig, daß er mehr alß eine Nacht unterweges bleiben muß, so wird ihm für jede übrige Nacht eine Reise guth gethan. Wen einer Ambtsdienere oder sonst jemandt aus führet und bringet ihn wieder zurück, so werden ihm, wens auch gleich in einem Tage geschehe, zwo Reisen dafür guth gethan; fihret er aber ledig wieder zurück, wirdt es nur für eine Reise gerechnet. Ein Dienstpferdt wirdt des Tages auf 3 mgr. undt also jehde Reise oder Fuhre auf 6 mgr. angeschlagen.

Es müssen sowohl die Span- alß Handdienste, so frühe sie geladen werden und wenn auch in der Nacht vorher, auf den Dienst kommen, undt sobaldt jeder seine anbefohlene Arbeit verrichtet, hat er Feyerabendt. Diejenigen so einen Hoff zusammen bewohnen, thun insgesamt nicht mehr Dienst, als weren ihrer nur ein eintziger Hoff, undt wen ein Wagen von solchen zertheilten Hofe zu Dienste bestellet wird, nehmen sie die Ordnung unter sich selbst in Acht, an wehme es ist." *3

 

Home Nach oben die Hofnamen Freie und Unfreie Die Hoefe bis 1770 Die Dienste Die Bauern Der Gutshof Grundbesitz Abloesung d. Zehnten Meier, Koetner... Was ist ein Lehen