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Lehrer Schöner berichtet rückblickend über den Krieg
und die Zeit danach bis 1950
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| Die Eintragungen für die Kriegszeit fehlen, und daher will
ich rückblickend versuchen, Tatsachen und Ereignisse aus den
Kriegsjahren, so weit sie mir bekannt geworden sind, niederzulegen.
Im letzten Friedensjahr 1939/40 war die Schülerzahl auf 73 gefallen,
während sie in den letzten voraufgegangenen Jahren um 80 herum geschwankt
hatte. Auf gleicher Höhe blieb sie in den ersten Kriegsjahren während
der Vertretungszeit - 1943 stehen. Mit zunehmender Härte des Krieges auch
gegen die Zivilbevölkerung nahm die Schülerzahl durch die ersten aus der
städtischen Bevölkerung evakuierten Familien zu und kletterte auf rund
100 hinauf. Rapide stieg sie 1945 in den letzten Kriegswochen hier im
Westen, als die aus Ostdeutschland die von dort (Ost- Westpreußen,
Pommern u. Posen) Geflohenen und Vertriebenen nach Westdeutschland
einströmten in Trecks und Eisenbahntransporten. Die Schülerzahl
vermehrte sich durch diesen Zugang aus Ostdeutschland auf 150 - 160
Schüler, mit denen ich am 1.9.1945, den bis dahin geruhten Unterricht
zuerst allein wieder aufnehmen mußte. Die hier eingewanderten
Ostflüchtlinge stammten aus Westpreußen - in der Mehrzahl waren diese
Deutsche aus Bessarabien u. Rumänien, die nach Deutschland...? auf
ehemals polnischem Besitz angesiedelt waren und Pommern Swinemünde. Dazu
kamen in den Jahren 1946 - 48 Nachschübe geringerer Zahl
Vertriebener, aus Schlesien und außerdeutschen Osteuropäischen Ländern.
Damit stieg in diesen Jahren die Einwohnerzahl auf rund die doppelte
Anzahl der Friedensbevölkerung etwa 1400, und die Schülerzahl kletterte
auf etwa 200. Auch in den nächsten Jahren 1949/50 kam der Zugang
einzelner Familien u. Einzelpersonen nicht zum Erliegen, sodaß wir 1949
die höchste bisherige Schülerzahl mit 215 Kindern erreichten.
Mit Errichtung der 3. Lehrerstelle zum 1. Mai 1947 mieteten wir als
Schulraum ein großes Zimmer von dem Bauern und Gastwirt Otto Hemme (Nr.
33). Es wurde mit zweisitzigen Bänken u. dem nötigen Zubehör
ausgestattet. |
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| Als der Weltkrieg am 1.9.39 offiziell ausbrach, waren schon
Tage vorher, auch die ehemaligen Soldaten älterer Jahrgänge hier im
Wehrbezirkskommando Celle am 26. 28. und 30. August mit ganz jungen
Reservisten zusammen, um am X - Fall zu den Waffen einberufen zu werden.
Er begann mit großen Erfolgen gegen Polen, Frankreich, England, Norwegen
und Rußland.
Mit der langen Dauer des Krieges gewannen die Verbündeten, zuletzt
durch Beitritt Amerikas die Übermacht und zwangen Deutschland 1945 zur
bedingungslosen Kapitulation zu Lande, zu Wasser und in der Luft. In den
ersten Kriegsjahren konnte die Heimat vom Kriege freigehalten werden, doch
in den weiteren Kriegsjahren machte der uns immer mehr überlegen, in den
letzten Jahren direkt lähmend werdende Bombenkrieg aus blühenden
deutschen Ländern und Industrie- und Handelsplätzen ein jammervolles
Trümmerfeld und entnervte die Zivilbevölkerung durch nicht mehr
abreißenden Bombenterror. Wir in unserem Dorfe sind von Bombenabwürfen
verschont geblieben, doch in unserer nächsten Nachbarschaft am Dorfrande,
in unserer Feldmark u. Nachbardörfern sind nicht selten Bomben gefallen
u. Flieger im Luftkampf abgeschossen worden.
Sehr gefährdet und laufend angegriffen durch Tiefflieger war die
Eisenbahn unter Verlusten von Menschen und Material. Das größte Unglück
dieser Art ereignete sich im September 1944 auf dem benachbarten Bahnhof
Lindwedel. Ein mit hochbrisantem Sprengstoff beladener Güterzug, der dort
mit einem aus Richtung Schwarmstedt kommenden Personenzug kreuzen mußte,
wurde von Tieffliegern angegriffen und durch Bombentreffer zur Explosion
gebracht. Neben dem Güterzug hielt, der eben eingefahrene Personenzug.
Das Unglück wurde zu einer Katastrophe. Die Zahl der Toten soll weit
über 100 hinausgegangen sein, ungezählt die Zahl der Schwer- und
Leichtverwundeten. |
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