| Ein selten sich darbietendes Landschaftsbild bot der
Westteil des Dorfes und das westlich davorliegende Hellbruch mit seinen
von der Beeke durchflossenen Wiesen und Ackerbreiten, an einem Wintertage
im Januar des Jahres 1940.
Das Beekebett war randvoll mit Wasser gefüllt und, an manchen Stellen
gegen Hellendorf zu, stand das weite Wiesental unter Wasser. Unerwartet
setzte starker Frost ein, und das ganze Bachbett fror "aus",
sodaß kein Tropfen Wasser zurückblieb. Die Wasserdurchlässe unter der
Straße von der Depkeschen Mühle ins Dorf wurden durch sich türmende
Eismassen verschlossen.
Bei kurzfristig eintretenden Witterungsumschlag zu Tauwetter schwanden
die Eismengen dahin, und das weite Wiesental begrub ein See, und
mittendrin lag die Siedlung von 1936 (Moorhestern). Weil den Wassermassen
der natürliche Abfluß nach Norden fehlte - entweder waren die
Durchlässe durch Eisblöcke verrammelt oder kleinere verstopft und
verfallen - denn eine solche Überschwemmung war seit Jahrzehnten nicht
gewesen. Das Wasser mußte südlich der Straße zum Bahnhof verbleiben und
stieg stündlich. Die Siedlung wurde vom Dorfe abgeschnitten, die Keller
liefen bis unter die Decke voll Wasser, das Vieh mußte schleunigst dem
Dorfe zu auf höhere Stellen getrieben werden, und dann erst verließen
die letztten Bewohner ihre Häuser, was etlichen zu Fuß nicht mehr
möglich war, wenn sie nicht bis zum Leibe im Wasser waten wollten. Die
Wassermasen mussten zunächst südlich der Straße bleiben und drängten
nun ostwärts dem Dorfe zu, um dem natürlichen Abfluß nach Norden folgen
zu können und den fanden sie, kurz vor Eingang zum Dorfe. Hart westlich
des Gutshofes überquerten sie die Straße, da wo sich von je her ein
Durchlaß unter der Straße - jetzt verstopft und verfallen - befunden
hat. Weil ein Durchlaß unter der zweiten Zufahrtstraße ins Dorf
(Mittelstraße) die ankommenden Wassermassen nicht schlucken konnte, dazu
verstopft und nicht in Ordnung war, staute das Wasser in die Gärten und
auf die Hofstätten des Westteils des Dorfes und überschwemmte schon die
quer durchs Dorf führende Kreisstraße Meitze - Plumhof.
Erst das Aufhauen der eben erwähnten Straße, verschaffte dem Wasser
Abfluß durch die Grashöfe im Nordwesten des Dorfes auf Berkhof zu in die
Grindau. Damit wurde die Gefahr der Überflutung des ganzen Dorfes
abgewendet.
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