Hochwasser 1941

  • 700 Jahre von Elsenhusen bis Elze

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Wasserwerkstraße
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  • Ein Lagebericht von Lehrer Bernhard Schöner

Ein selten sich darbietendes Landschaftsbild bot der Westteil des Dorfes und das westlich davorliegende Hellbruch mit seinen von der Beeke durchflossenen Wiesen und Ackerbreiten, an einem Wintertage im Januar des Jahres 1940. 

Das Beekebett war randvoll mit Wasser gefüllt und, an manchen Stellen gegen Hellendorf zu, stand das weite Wiesental unter Wasser. Unerwartet setzte starker Frost ein, und das ganze Bachbett fror "aus", sodaß kein Tropfen Wasser zurückblieb. Die Wasserdurchlässe unter der Straße von der Depkeschen Mühle ins Dorf wurden durch sich türmende Eismassen verschlossen. 

Bei kurzfristig eintretenden Witterungsumschlag zu Tauwetter schwanden die Eismengen dahin, und das weite Wiesental begrub ein See, und mittendrin lag die Siedlung von 1936 (Moorhestern). Weil den Wassermassen der natürliche Abfluß nach Norden fehlte - entweder waren die Durchlässe durch Eisblöcke verrammelt oder kleinere verstopft und verfallen - denn eine solche Überschwemmung war seit Jahrzehnten nicht gewesen. Das Wasser mußte südlich der Straße zum Bahnhof verbleiben und stieg stündlich. Die Siedlung wurde vom Dorfe abgeschnitten, die Keller liefen bis unter die Decke voll Wasser, das Vieh mußte schleunigst dem Dorfe zu auf höhere Stellen getrieben werden, und dann erst verließen die letztten Bewohner ihre Häuser, was etlichen zu Fuß nicht mehr möglich war, wenn sie nicht bis zum Leibe im Wasser waten wollten. Die Wassermasen mussten zunächst südlich der Straße bleiben und drängten nun ostwärts dem Dorfe zu, um dem natürlichen Abfluß nach Norden folgen zu können und den fanden sie, kurz vor Eingang zum Dorfe. Hart westlich des Gutshofes überquerten sie die Straße, da wo sich von je her ein Durchlaß unter der Straße - jetzt verstopft und verfallen - befunden hat. Weil ein Durchlaß unter der zweiten Zufahrtstraße ins Dorf (Mittelstraße) die ankommenden Wassermassen nicht schlucken konnte, dazu verstopft und nicht in Ordnung war, staute das Wasser in die Gärten und auf die Hofstätten des Westteils des Dorfes und überschwemmte schon die quer durchs Dorf führende Kreisstraße Meitze - Plumhof.

Erst das Aufhauen der eben erwähnten Straße, verschaffte dem Wasser Abfluß durch die Grashöfe im Nordwesten des Dorfes auf Berkhof zu in die Grindau. Damit wurde die Gefahr der Überflutung des ganzen Dorfes abgewendet.

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