Herbert Rieckmann

  • 700 Jahre von Elsenhusen bis Elze

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  • Vom Hilfslehrer zum Schulrektor


Lehrer Rieckmann (links) mit Förster Heidemann Frau Möhn, Frau Kastner und Schulkindern bei einem seiner großen Ideale - Bäume pflanzen.

Herbert Rieckmann ist wohl der Elzer Lehrer, der die größten politischen Erschütterungen mit ihren gravierenden Auswirkungen für das das Dorf und natürlich auch den Schulbetrieb, miterlebt und als Schulleiter, später Rektor und Organisator für den Aufbau der Elzer Dorfschule in der Nachkriegszeit, hin zur Volks- und Hauptschule, sich bis heute größter Wertschätzung verdient gemacht hat. Ebenso ist der Aufbau der Turnersparte des Sportvereins "Blau Gelb Elze" sein Verdienst.

Mit großer Sorgfalt führte er - und davon können gerade wir heute profitieren - die Schulchronik, daraus geht auch hervor, dass er zu seiner Schaffenszeit die Heimatpresse mit kurzweiligen Berichten über unser Dorf versorgte. Einiges davon ist hier in dieser Chronik wieder veröffentlicht. So gilt auch mein außerordentlicher Dank, seiner unermüdlichen Schaffenskraft und seiner vorbildlich bildhaften Ausdrucksweise.

Seine Pensionierung wurde mit einem Festakt am 31.01.1975 begangen. Die Hannoversche Allgemeine Zeitung schreibt dazu folgendes:

Sein Wirken hat viele Spuren hinterlassen 

Rektor Rieckmann wurde 65 Jahre alt/Seit 1938 Schulmann und Chronist in Elze

Wedemark-Elze heute hat Herbert Rieckmann seine letzten Schulferien beendet. Der Rektor der Grund- und Hauptschule Elze wurde gestern 65 Jahre alt und feierte den Tag im Familienkreis. Die Offiziellen von Schulverwaltung werden am 31. Januar in die Schule kommen, wenn er dort um 10:30 verabschiedet wird.

Herbert Rieckmann kam zum 01. Oktober 1938 an die Schule. Damals unterrichteten Bernhard Schöner und er 80 Kinder. Am 1. August 1954 übernahm Rieckmann die Schulleitung, wenn er sie jetzt abgibt, verläßt er 19 Klassen mit mehr als 500 Kindern. 23 Lehrer gehören zum Kollegium. Auch nach seiner Pensionierung wird der jetzige Rektor unter seinem Nachfolger noch 10 Wochenstunden unterrichten, wenn das nötig ist.

Das alte Schulgebäude - 1895 erbaut - war bald zu klein geworden. Deshalb wurde zehn Jahre lang ein Klubzimmer der Gastwirtschaft Hemme angemietet. Zwei Jahrgänge unterrichtete Rieckmann dort. 

Unter seiner Leitung wurde 1957 der erste Bauabschnitt der neuen Schule fertig. Zunächst mit vier Klassenräumen. 1965 kam der zweite Abschnitt hinzu. Drei Klassenräume, ferner Fachräume und eine Turnhalle waren darin untergebracht. 1971 wurde der dritte Bauabschnitt mit vier Klassen eingeweiht. Jetzt ist die alte Schule von Meitze noch als Nebenstelle für die drei Anfängerklassen mit in Betrieb. Elze, Bennemühlen, Berkhof und Oegenbostel und Meitze bilden den Einzugsbereich.

Vielfältige Spuren hat das Wirken des Rektors in Elze hinterlassen: "Das wurde so recht deutlich bei dem letzten Feuerwehrball. Sie waren alle mal meine Schüler. 50 Jahre alt sind manche schon geworden, und ihre Kinder waren wieder in meiner Schule. Wir haben bei dem Ball in alten Erinnerungen gekramt", sagt Herbert Rieckmann.

Vor fast 30 Jahren gründete er die Turnabteilung der Sportgemeinschaft "Blau Gelb Elze". Gleich zu Anfang kamen 70 Begeisterte. Nach einem Jahr waren es aber nur noch 20. Inzwischen wuchs die Abteilung auf über 300 Mitglieder an, die alle sehr rührig sind. Der Gründer gehört noch als passives Mitglied dazu. Seit 1934, als er den Leistungsschein der DLRG erwarb, hat Rieckmann auch Jugendliche für den Grundschein ausgebildet und in privaten Schwimmbecken die Prüfungen abgenommen.

"Es gehörte zur Aufgabe des Schulleiters, sich um die Chronik der Orte zu kümmern, in denen man arbeitet. Ich habe das dicke Buch meines Amtsvorgängers um ein weiteres ergänzt." Der Rektor blättert in dem Band, während er das erzählt. Viele handgeschriebene Seiten voll, Zeitungsausschnitte, Fotos, und Dokumente sind hier zusammengetragen.

Das Inhaltsverzeichnis weist vier Kapitel aus: Nachrichten über den Schulort und die Schulgemeinde, Nachrichten über die Schulstellen, aus dem Schuljahr und Urkunden zum Schulbau. Da kann man zum Beispiel einen Zettel sehen, der beim Abbruch der alten Kapelle zum Vorschein gekommen war: "Diese Seulen sind gemacht von dem Tischlehr Wilhelm Friedrich Stahrmann in Berkhoff. Die Tischlehrarbeit habe ich auch gemacht in der Kapele 1849 den 24. Märtz."

Der Turm der alten Kapelle, so entnehmen wir der Chronik, war aber viel älter. Ein uraltes Holzschloß saß an der Tür, wohl 50 Zentimeter hoch, mit der eingeschnitzten Jahreszahl 1649. Ein riesiger handgeschmiedeter Schlüssel gehörte dazu.

Ein plattdeutscher Vers ist auch verzeichnet, der 1890 zum Bau des Heideexpreß entstanden war. Willi und Lina Klein haben ihn noch gewußt und Rieckmann aufsagen können: "Flink, Mudder, mak di up de Been, Hüt willt wi na de Iserbahn. So´n Deert mot wi doch ok mal sahn, ohn Peert und Ossen kann ick nich verstahn. Un alles kiekt, un luert un steiht, wann dat Deert wohl kommen deit? Up eenmal kummt et angebrust, dat jum dat Hoar to Berge sust."

Martha Rieckmann freut sich auf die kommende Zeit, wenn ihr Mann zwar noch gelegentlich zur Schule geht, aber doch nicht mehr so lange. "Die Verantwortung für die vielen Menschen und die verschiedenartigen Aufgaben waren die stärksten Belastungen für meinen Mann. Glücklicherweise ist er immer noch vital, so daß er jetzt endlich tun kann, wozu er sein Leben lang nicht gekommen ist. Nun werden wir endlich auch richtig Zeit füreinander haben." So sagt Frau Rieckmann, die nicht wenig dazu beigetragen hat, daß alles in den vielen Jahren richtig lief.

Die Schulchronik berichtet über die Junglehrerjahre

An die Stelle des Lehrers Oehlschläger trat der Schulamtsbewerber Herbert Rieckmann aus Bispingen, Kreis Soltau; er ist dort am 5.1.1910 geboren, besuchte von 1916 - 21 die Volksschule seines Heimatortes und wurde dann auf die Oberrealschule Wesermünde - Lehe umgeschult, an der er 1930 zu Ostern die Reifeprüfung ablegte. Von 1930 - 33 studierte er auf der Universität Hamburg. Im März 1935 - Weihnachten 1937 war er als Landjahrerzieher im Reg. Bez. Lüneburg tätig, zuletzt im benachbarten Wennebostel. Am 7. Jan. 1938 trat er in den Schuldienst ein und war bis zu seiner Berufung nach hier (1.10.38) an der Volksschule in Ahlten bei Lehrte beschäftigt. In dieser Zeit war er zu einer militärischen Übung einberufen (3. Übung 6 Wochen), und nach ihrer Beendigung trat er am 24.10.1938 seinen Dienst hier in Elze an. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde er zum Heeresdienst einberufen (30.08.1939) und kehrte im Juli 1945 als Lt.d.R. zurück. Mit Schul - Wiederbeginn wurde ihm die Unterrichtserlaubnis nicht zuerkannt, als diese nach 1 1/4 Jahren erfolgte, wurde ihm die Verwaltung seiner alten, der 2. Lehrerstelle, wiederum übertragen. (1.10.1946)
 

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