Erweiterung 1965

  • 700 Jahre von Elsenhusen bis Elze

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  • Einweihung des neuen Schulerweiterungsbaues - Das neue Gemeindewappen übergeben

Burgdorfer Kreisblatt, 31. März 1965


Neben der Turmhalle wurden drei weitere Klassenzimmer, mit Gruppenräumen, eine Lehrküche und ein Werkraum, sowie viel Nebengelaß hinzugefügt.

Elze. Einen Festtag, dessen Programm in anderen Gemeinden zweimal Höhepunkte des Gemeinschaftslebens abgegeben hätte, konnte gestern Elze begehen. Der Erweiterungsbau der Schule wurde eingeweiht, und das neue Wappen wurde offiziell der Gemeinde übergeben.

Im Januar 1957 bekam Elze eine Schule, die zu den zweckmäßigsten und schönsten des Kreises gehört. Sie reicht nicht mehr aus, weil sie mittlerweile zur Mittelpunktschule geworden ist., in die auch Schüler aus Berkhof, Oegenbostel, Bennemühlen und Meitze gehen. Der Erweiterungsbau von Architekt Biester-Kirchwehren ausgeführt, ist ebenso schön und paßt sich dem noch keineswegs "Altbau" ausgezeichnet an. In der geräumigen, lichtdurchfluteten Turnhalle fand nun nach starker Anteilnahme der Elternschaft der festliche Akt der Übergabe statt, eingeleitet durch die symbolische Schlüsselüberreichung seitens des Architekten an Bürgermeister Lenthe.

Hauptlehrer Rieckmann gab einen interessanten Rückblick auf die Schulgeschichte von Elze. Aus der ursprünglich einklassigen "Zwergschule" ist eine vollausgebaute sechsklassige Anstalt mit einem Lehrkörper von neun Lehrkräften geworden; in der Erinnerung der älteren Generation ist das Wirken der Lehrer Georg Lampe, der 28 Jahre lang hier tätig war und Bernhard Schöner, der 25 Jahre hier amtierte, noch unvergessen. Der Redner unterließ nicht, der Familie Goltermann dafür Dank auszusprechen, daß bis zur Erstellung der jetzigen Turnhalle der Turnunterricht im Saale der Gastwirtschaft abgehalten werden konnte.

Wie großartig diese schöne Turnhalle sich für die körperliche Ertüchtigung der Jugend bewährt, zeigten die Vorführungen von Jungen und Mädchen unter der Leitung von Frl. Anschütz, und ebenso herzlichen Beifall wie hierfür zollten die vielen Besucher einer Aufführung, in der je ein Junge und Mädel aus jeder Altersklasse in netten Versen die neue Schule würdigten. Gedichtvorträge lagen dazwischen, sehr ansprechend dargeboten.

Bürgermeister Lenthe erhielt vom Vorsitzenden Pipho der Sportgemeinschaft Blau Gelb Elze eine Ehrenplakette. Hauptlehrer Rieckmann bekam die goldene Ehrennadel des Deutschen Turnerbundes vom Turngauvorsitzenden Brunotte überreicht, Landrat Schaper überbrachte die Glückwünsche des Kreises und betonte mit Genugtuung, daß bei dem Erweiterungsbau der Kostenanschlag genau innegehalten wurde. Oberregierungssportrat Preugschat, der die Glückwünsche des Regierungspräsidenten mitbrachte, hob hervor, daß Mittelpunktschulen heute unerläßlich. Auch Sport- und Turnhallen seien im Sinne der Ganzheitserziehung notwendig; durch sie werde auch den Vereinen eine größere Aktivität ermöglicht. Als Vertreter der Elternschaft dankte Dr. Norden dafür, daß durch solche ausgezeichneten Schulen der Jugend auf dem Lande die gleiche Ausbildungschance geboten wird wie in den Städten.

Schließlich sprach im Namen beider Konfessionen Pfarrvikar Hark und rief den Segen Gottes auf die Schule herab.

  • Das Wappen mit dem Pferdebrunnen

Beschreibung:

In Blau ein silberner Steinbrunnen mit zwei wasserspeienden Pferdeköpfen, begleitet von zwei silbernen Wasserzeichen in Pfeilform, unter dem Brunnen eine liegende silberne Wolfsangel.


Begründung:

In der Gemarkung Elze befindet sich seit 1912 ein Wasserwerk der Stadt Hannover, auf dessen Gelände ein Brunnen mit zwei wasserspeienden Pferdeköpfen errichtet wurde. Dieser Brunnen wurde in stilisierter Form in das Wappen aufgenommen. Der Grundwasserreichtum dieses Gebietes, der auch zur Errichtung des Wasserwerkes geführt hat, wird außerdem durch die pfeilförmigen Wasserzeichen symbolisiert. Die Wolfsangel weist auf die Zugehörigkeit der Gemeinde zum Landkreis Burgdorf hin.


Im Klubzimmer des Lokales Goltermann erfolgte anschließend die Übergabe des neuen Gemeindewappens. Oberkreisdirektor Dr. Rotermund nahm sie vor und erinnerte daran, daß der Kreis nach und nach allen Gemeinden ein solches Hoheitssymbol zu verschaffen sich bemühe. Immer werde dabei die örtliche Tradition wie die Verbundenheit mit dem Kreis in den gewählten darstellungen betont, so auch hier: durch den im wasserwerkgelände Elze stehenden Pferdekopfbrunnen und durch die Wolfsangel (unser Bild).

Nach Dankesworten von Bürgermeister Lenthe erläuterte Hauptlehrer Brandt, auf dessen Entwurf das Wappen zurückgeht, die Bedeutung der Darstellungen und plauderte fesselnd über die Geschichte von Elze. Die Besiedlung des Raumes ist durch Funde aus der Eisenzeit belegt, aus der eine Anzahl festgestellter Hügelgräber noch der Aufschließung harren. Die älteste namentliche Erwähnung des Ortes, unter der Bezeichnung Elzensen, geschieht in einer Urkunde von 1360. Noch im Jahre 1830 zählte Elze erst 350 Einwohner, heute 1500.

Schulrat Wisler gab zum Schluß eine herzliche Würdigung dessen, was sich in den Vorführungen des nachmittags über die Arbeit der Elzer Schule hatte erkennen lassen, und sprach die Hoffnung aus, daß die jüngsten Jahrgänge in den neuen Lehrplänen intensiver zum Turnen herangezogen werden könnten. Mittelpunktschulen müßten überhaupt, so meinte er, nicht nur für die Großen, sondern schon für die Kleinen offenstehen.

In fröhlicher Tafelrunde blieben die Gäste dieser Feier noch lange zusammen.

 

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