| Elze. Einen Festtag, dessen Programm in anderen Gemeinden
zweimal Höhepunkte des Gemeinschaftslebens abgegeben hätte, konnte
gestern Elze begehen. Der Erweiterungsbau der Schule wurde eingeweiht, und
das neue Wappen wurde offiziell der Gemeinde übergeben.
Im Januar 1957 bekam Elze eine Schule, die zu den zweckmäßigsten und
schönsten des Kreises gehört. Sie reicht nicht mehr aus, weil sie
mittlerweile zur Mittelpunktschule geworden ist., in die auch Schüler aus
Berkhof, Oegenbostel, Bennemühlen und Meitze gehen. Der Erweiterungsbau
von Architekt Biester-Kirchwehren ausgeführt, ist ebenso schön und paßt
sich dem noch keineswegs "Altbau" ausgezeichnet an. In der
geräumigen, lichtdurchfluteten Turnhalle fand nun nach starker
Anteilnahme der Elternschaft der festliche Akt der Übergabe statt,
eingeleitet durch die symbolische Schlüsselüberreichung seitens des
Architekten an Bürgermeister Lenthe.
Hauptlehrer Rieckmann gab einen interessanten Rückblick auf die
Schulgeschichte von Elze. Aus der ursprünglich einklassigen
"Zwergschule" ist eine vollausgebaute sechsklassige Anstalt mit
einem Lehrkörper von neun Lehrkräften geworden; in der Erinnerung der
älteren Generation ist das Wirken der Lehrer Georg Lampe, der 28 Jahre
lang hier tätig war und Bernhard Schöner, der 25 Jahre hier amtierte,
noch unvergessen. Der Redner unterließ nicht, der Familie Goltermann
dafür Dank auszusprechen, daß bis zur Erstellung der jetzigen Turnhalle
der Turnunterricht im Saale der Gastwirtschaft abgehalten werden konnte.
Wie großartig diese schöne Turnhalle sich für die körperliche
Ertüchtigung der Jugend bewährt, zeigten die Vorführungen von Jungen
und Mädchen unter der Leitung von Frl. Anschütz, und ebenso herzlichen
Beifall wie hierfür zollten die vielen Besucher einer Aufführung, in der
je ein Junge und Mädel aus jeder Altersklasse in netten Versen die neue
Schule würdigten. Gedichtvorträge lagen dazwischen, sehr ansprechend
dargeboten.
Bürgermeister Lenthe erhielt vom Vorsitzenden Pipho der
Sportgemeinschaft Blau Gelb Elze eine Ehrenplakette. Hauptlehrer Rieckmann
bekam die goldene Ehrennadel des Deutschen Turnerbundes vom
Turngauvorsitzenden Brunotte überreicht, Landrat Schaper überbrachte die
Glückwünsche des Kreises und betonte mit Genugtuung, daß bei dem
Erweiterungsbau der Kostenanschlag genau innegehalten wurde.
Oberregierungssportrat Preugschat, der die Glückwünsche des
Regierungspräsidenten mitbrachte, hob hervor, daß Mittelpunktschulen
heute unerläßlich. Auch Sport- und Turnhallen seien im Sinne der
Ganzheitserziehung notwendig; durch sie werde auch den Vereinen eine
größere Aktivität ermöglicht. Als Vertreter der Elternschaft dankte
Dr. Norden dafür, daß durch solche ausgezeichneten Schulen der Jugend
auf dem Lande die gleiche Ausbildungschance geboten wird wie in den Städten.
Schließlich sprach im Namen beider Konfessionen Pfarrvikar Hark und
rief den Segen Gottes auf die Schule herab.
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Das Wappen mit dem Pferdebrunnen
Beschreibung:
In Blau ein silberner Steinbrunnen mit zwei wasserspeienden
Pferdeköpfen, begleitet von zwei silbernen Wasserzeichen in
Pfeilform, unter dem Brunnen eine liegende silberne Wolfsangel.
Begründung:
In der Gemarkung Elze befindet sich seit 1912 ein Wasserwerk der
Stadt Hannover, auf dessen Gelände ein Brunnen mit zwei
wasserspeienden Pferdeköpfen errichtet wurde. Dieser Brunnen
wurde in stilisierter Form in das Wappen aufgenommen. Der
Grundwasserreichtum dieses Gebietes, der auch zur Errichtung des
Wasserwerkes geführt hat, wird außerdem durch die pfeilförmigen
Wasserzeichen symbolisiert. Die Wolfsangel weist auf die Zugehörigkeit
der Gemeinde zum Landkreis Burgdorf hin.
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Im Klubzimmer des Lokales Goltermann erfolgte anschließend die
Übergabe des neuen Gemeindewappens. Oberkreisdirektor Dr. Rotermund nahm
sie vor und erinnerte daran, daß der Kreis nach und nach allen Gemeinden
ein solches Hoheitssymbol zu verschaffen sich bemühe. Immer werde dabei
die örtliche Tradition wie die Verbundenheit mit dem Kreis in den
gewählten darstellungen betont, so auch hier: durch den im
wasserwerkgelände Elze stehenden Pferdekopfbrunnen und durch die
Wolfsangel (unser Bild).
Nach Dankesworten von Bürgermeister Lenthe erläuterte Hauptlehrer
Brandt, auf dessen Entwurf das Wappen zurückgeht, die Bedeutung der
Darstellungen und plauderte fesselnd über die Geschichte von Elze. Die
Besiedlung des Raumes ist durch Funde aus der Eisenzeit belegt, aus der
eine Anzahl festgestellter Hügelgräber noch der Aufschließung harren.
Die älteste namentliche Erwähnung des Ortes, unter der Bezeichnung
Elzensen, geschieht in einer Urkunde von 1360. Noch im Jahre 1830 zählte
Elze erst 350 Einwohner, heute 1500.
Schulrat Wisler gab zum Schluß eine herzliche Würdigung dessen, was
sich in den Vorführungen des nachmittags über die Arbeit der Elzer
Schule hatte erkennen lassen, und sprach die Hoffnung aus, daß die
jüngsten Jahrgänge in den neuen Lehrplänen intensiver zum Turnen
herangezogen werden könnten. Mittelpunktschulen müßten überhaupt, so
meinte er, nicht nur für die Großen, sondern schon für die Kleinen
offenstehen.
In fröhlicher Tafelrunde blieben die Gäste dieser Feier noch lange
zusammen.
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