Dreissigjaehriger Krieg

  • 700 Jahre von Elsenhusen bis Elze

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  • Der Große Krieg

Der Historiker S. H. Steinberg beschreibt die politische Situation der Zeit:

,,Der Dreißigjährige Krieg war niemals ausschließlich oder auch nur vornehmlich eine deutsche Angelegenheit, sondern betraf ganz Europa. Er war bis zu einem gewissen Grade eine Nebenerscheinung der Anstrengungen Frankreichs, seine Einkreisung durch die habsburgischen Mächte Spanien und Österreich zu sprengen.

In Wirklichkeit war es so, dass einige Gegenden Deutschlands, aber niemals das gesamte Reich, zeitweilig tätigen Anteil an den verschiedenen heißen und kalten Kriegen und den diplomatischen und ideologischen Konflikten zwischen den Häusern Bourbon und Habsburg nahmen oder in sie hineingezogen wurden. Die Verwicklung in diese Kämpfe wurde durch die unausweichliche Tatsache der geographischen Lage Deutschlands in der Mitte des europäischen Kontinents und durch die verschlungenen dynastischen Interessen der Habsburger bewirkt. Dieser größere Kampf um die europäische Vormachtstellung zwischen Bourbon und Habsburg währte von 1609 bis zum Pyrenäenfrieden des Jahres 1659.

 Selbst im eigentlichen Deutschland begann die fälschlich ,,Dreißigjähriger Krieg” genannte Reihe von kriegerischen Auseinandersetzungen nicht im Jahre 1618, sondern 1609, wenn ihr auch hier der Westfälische Friede 1648 ein Ende setzte.

   Der bestimmende Anlass des halben Dutzends größerer und des halben Dutzends kleinerer Kriege dieser Periode war nicht der religiöse Gegensatz zwischen den deutschen Protestanten und Katholiken, sondern gewisse verfassungsrechtliche Probleme innerhalb des Reiches."

,,Die Heere waren verhältnismäßig klein, im Durchschnitt nicht stärker als eine moderne Division. Wie in jedem derartigen Krieg hatten das offene Land und seine Bewohner am schwersten zu leiden; die meisten befestigten Städte sahen niemals einen feindlichen Soldaten in ihren Mauern."

Die schwere Wirtschaftskrise jener Tage, bekannt unter dem Namen ,,Kipper- und Wipperzeit", beschränkte sich nicht auf Deutschland.

   Als der verhängnisvolle Krieg ausbrach, war das Fürstentum Lüneburg militärisch viel zu schwach, um darin eine aktive Rolle spielen, ja auch nur, um seine Neutralität verteidigen zu können. Das eigentliche Heer bestand aus den herzoglichen Vasallen, die auf Grund ihrer Lehnspflicht zu persönlichem Ritterdienst verpflichtet waren. Es war ein Heer, das seiner Bewaffnung und Kampfesweise nach den inzwischen üblich gewordenen Söldnerheeren in keiner Weise gewachsen war. Wenn auch der Bauer für die großen Kriegshandlungen im Zeitalter der berittenen Vasallenheere ausgeschieden war, so war man doch zu keiner Zeit von dem Grundsatz abgewichen, dass bei Landesnot jeder, auch der nicht mehr im alten Sinne Wehrpflichtige ,,Landfolge" zu leisten habe, d.h. seine Heimat mit der Waffe verteidigen müsse. Als zu Beginn des 17.Jahrhunderts die Anzeichen eines heraufziehenden Ungewitters immer deutlicher erkennbar wurden, griff man wieder auf den Bauern zurück und bildete eine Art Miliz, ,,Ausschuß” genannt. *3 Hierzu existiert eine Musterungsliste für Elze aus dem Jahr 1606: Musterungsliste

 

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