| Nach dem deutschen Zusammenbruch 1945 marschierten
englische Truppen am 10.4. hier in Elze ein. Dank der Besonnenheit
der Elzer Einwohner, insbesondere der Gemeindeleitung wurde jeder
Zusammenstoß mit den Eroberern vermieden.
Bei Durchsuchung des Dorfes nach versteckten deutschen Soldaten wurden
etliche hier auf Arbeitskommando befindliche noch nicht entlassene
Soldaten und welche von frzs. u. belgischen Kriegsgefangenen bei den
Engländern denunzierte aufgebracht, unter den letzten mein Schwiegersohn
und ich, im ganzen etwa 10 Kameraden. Wir wurden in die engl. Etappe nach
Helstorf/Leine Krs. Neustadt transportiert und durch einen engl. Kapitän
verhört. Wer einen Entlassungsbescheid aus dem Wehrmachtsdienst vorzeigen
konnte, wurde umgehend nach Hause zurückgeschickt. Dieses Glück hatten 5
von uns, darunter ich und mein Schwiegersohn, weil er schon im 5. Semester
studierte und ich, weil ich durch Verfügung des Oberkommandos des Heeres
vom 13.02.1945 aus dem Heeresdienst entlassen war. Außer mir waren noch
zwei Offiziere anretiert(?). Der eine von ihnen war nur auf Urlaub aus
einem Lazarett zu Hause gewesen, also noch Wehrmachtsangehöriger. Er kam
nicht zurück, sondern wurde auf dem schnellsten Wege nach England in
Kriegsgefangenschaft überführt, aus der er nach zwei Jahren noch nicht
zurück gekommen war.
In den Nachkriegsjahren hörte der Zustrom von Flüchtlingen nicht auf,
sondern durch Einzelnachzügler wie Einzelfamilien wurden stetig und bis
heute (1950) 115% (richtig sind 215%) der Vorkriegseinwohner erreicht.
Am 17.5.1939 zählte Elze 641 Einwohner u. am
13.9.1950
1380
"
beides amtliche Ergebnisse, der derzeitigen Volkszählungen. Die
Höchstzahl der Vorkriegseinwohner lag vorübergehend bei gut 700
Einwohnern. |